Die OptiQ-Dokumente im Überblick ?
Der Einfachheit und besseren Lesbarkeit halber wird in den Ausführungen jeweils nur ein Geschlecht verwendet. Selbstverständlich gelten die Ausführungen dort, wo ein Geschlecht verwendet wird, sinngemäss auch für das jeweils andere Geschlecht.
Zu jedem Modul im OptiQ-Qualitätssicherungssystem stehen dem Lizenznehmer praxiserprobte Dokumente zur Verfügung, die als direkt einsetzbare Werkzeuge zur Fehlervermeidung und Qualitätssicherung dienen. Diese Dokumente sind fixfertig ausgearbeitet und stehen im Format Microsoft Word (.docx) zum Download bereit — ein Format, das es erlaubt, die Dokumente bei Bedarf einfach auszudrucken oder ohne technische Vorkenntnisse an die spezifischen Bedürfnisse der eigenen Praxis anzupassen.
Der Lizenznehmer entscheidet selbst, welche Dokumente er für seinen Praxisbetrieb übernimmt und welche er durch eigene, gleichwertige Lösungen ersetzt. Eigene Dokumente werden als Qualitäts-Nachweise gleichermassen anerkannt. Die gesamte Dokumenten-Bibliothek umfasst derzeit rund 290 Dokumente, gegliedert in 19 Dokumenttypen, die nachfolgend beschrieben werden.
Checklisten
Strukturierte Differentialdiagnosen für akute klinische Situationen — systematische Checklisten zur sofortigen Abklärung und Ausschlussdiagnostik bei Notfallsymptomen.
Checklisten
Checklisten sind strukturierte Auflistungen von Massnahmen, Kriterien oder Prüfpunkten, die systematisch abgearbeitet werden. Im OptiQ-System dienen sie primär der Differentialdiagnose und der klinischen Entscheidungsfindung in Situationen, in denen ein klarer, schrittweiser Ausschluss von Erkrankungen notwendig ist.
Jede Checkliste ist einem spezifischen Leitsymptom oder einer klinischen Situation zugeordnet. Die enthaltenen Punkte basieren auf anerkannten medizinischen Guidelines, der „best practice medicine" und langjähriger Praxiserfahrung. Durch das systematische Abhaken der Punkte wird sichergestellt, dass kein relevanter Aspekt übersehen wird.
- Gegliedert nach Leitsymptomen oder klinischen Situationen
- Jeder Punkt repräsentiert eine potenzielle Fehlerquelle oder Differentialdiagnose
- Direkt am Arbeitsplatz einsetzbar, auch unter Zeitdruck
- Anpassbar an spezifische Praxisbedingungen
Checkliste: Differentialdiagnose hyperthyreote Krise — Strukturierte Tabelle mit vier Symptomgruppen (Unruhe/Tachykardie, Somnolenz bis Koma, erhöhte Körpertemperatur, Muskelschwäche), denen jeweils die zu berücksichtigenden Differentialdiagnosen gegenübergestellt werden: von Intoxikationen über Delir, Hypoglykämie, zerebrale Ereignisse bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen.
Entscheidungsalgorithmen
Schrittweise Entscheidungsbäume mit definierten Schwellenwerten und Handlungssequenzen — für akute wie chronische klinische Situationen, basierend auf Fachgesellschafts-Empfehlungen.
Entscheidungsalgorithmen
Algorithmen sind grafisch oder tabellarisch dargestellte Entscheidungsbäume, die den Arzt schrittweise durch einen klinischen Entscheidungsprozess führen. Sie sind besonders dort von Nutzen, wo mehrere Faktoren gleichzeitig berücksichtigt werden müssen und wo ein strukturiertes Vorgehen die Fehlerrate nachweislich senkt.
Im Gegensatz zu Checklisten, die eine Situation beschreiben, geben Algorithmen eine Handlungssequenz vor: Wenn A, dann B; wenn nicht A, dann C. Sie eignen sich besonders für regelmässig wiederkehrende klinische Entscheidungssituationen mit definierten Schwellenwerten.
- Schrittweise Entscheidungsführung mit klaren Verzweigungspunkten
- Definierte Schwellenwerte und Handlungskonsequenzen
- Basierend auf nationalen und internationalen Fachgesellschafts-Empfehlungen
- Druckfertig als Wandtafel oder Tischvorlage einsetzbar
Algorithmus: PSA-Kontroll-Schema (LUTS) — Stufenweises Kontrollschema für die PSA-Verlaufskontrolle bei Männern mit LUTS, basierend auf den Empfehlungen der SGU. Definiert Kontrollintervalle und Handlungsgrenzen in Abhängigkeit vom PSA-Ausgangswert und der Verlaufsdynamik.
Klinische Leitfäden
Referenzdokumente für Technik, Pharmakologie, Differentialdiagnose und evidenzbasierte Kriterien.
Merkblätter – Klinische Technik
Klinische Merkblätter sind kompakte Referenzdokumente, die eine medizinische Technik, ein Verfahren oder eine Untersuchungsmethode vollständig und praxisnah beschreiben. Sie richten sich an den Arzt und an das medizinische Assistenzpersonal gleichermassen und dienen sowohl der Einarbeitung als auch der täglichen Referenz.
Im Unterschied zu Checklisten sind Merkblätter erklärend aufgebaut: Sie beschreiben nicht nur was zu tun ist, sondern auch warum und wie. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei Kontraindikationen, erschwerenden Faktoren und häufigen Fehlern.
- Vollständige Beschreibung von Technik und Vorgehensweise
- Hinweise zu erschwerenden Faktoren und häufigen Fehlerquellen
- Materialangaben und Hygieneanforderungen integriert
- Auch als Schulungsunterlage für neue Mitarbeiterinnen geeignet
Merkblatt Blutentnahme — Beschreibt systematisch die Wahl der Entnahmestelle, die korrekte Lagerung des Patienten, Techniken zur besseren Venendarstellung (Wärmeanwendung, Ausklopfen, Herunterhängenlassen des Arms), erschwerende Faktoren (Angst, Kälte, sklerosierte Venen, Kachexie) sowie die häufigsten Ursachen für Hämolyse (starkes Aspirieren, Schütteln der Probe, Kälte, Feuchtigkeit).
Merkblätter – Medikamente
Medikamenten-Merkblätter behandeln den korrekten Umgang mit Arzneimitteln in der Praxis: Lagerung, Haltbarkeit, Aufbrauchfristen angebrochener Präparate sowie Hygienevorschriften bei der Entnahme und Verabreichung. Sie dienen der Fehlervermeidung im Bereich Arzneimittelsicherheit, einem Bereich mit erhöhtem Risikopotenzial in jeder Arztpraxis.
- Aufbrauchfristen angebrochener Präparate nach Produktkategorie
- Hygienevorschriften bei Öffnung und Entnahme
- Spezielle Lagerungs- und Handhabungshinweise
- Verpflichtung zur Notierung des Anbruchdatums auf der Packung
Merkblatt: Haltbarkeit und Aufbrauchfristen angebrochener Arzneien — Tabellarische Übersicht: Augentropfen (3 Wochen, erste 2 Tropfen verwerfen), Ohrentropfen (1 Monat, Wegwerfaufsatz verwenden), Insulinpräparate (1 Monat). Dazu: allgemeine Hygieneregeln (Handschuhe, Sterilität, Oberflächenberührung vermeiden, Einmaldosierung).
Merkblätter – Differentialdiagnose
Differentialdiagnose-Merkblätter unterstützen die klinische Abklärung eines Leitsymptoms durch eine strukturierte Gegenüberstellung der relevanten Erkrankungen und ihrer unterscheidenden Merkmale. Sie ergänzen die Diagnosealgorithmen um eine inhaltliche Tiefe und helfen, seltene, aber wichtige Differentialdiagnosen nicht zu übersehen.
- Inhaltliche Tiefe über die Checkliste hinaus
- Seltenere Differentialdiagnosen werden nicht übersehen
- Ergänzend zu Algorithmen im selben Themenbereich einsetzbar
Merkblatt DD Blasenentleerungsstörungen beim Mann (LUTS) — Beschreibt die relevanten Differentialdiagnosen bei Blasenentleerungsstörungen beim Mann, geordnet nach Ursache und klinischem Bild, ergänzend zum PSA-Kontrollschema und dem PSA-Aufklärungsblatt.
Komplikationstabellen
Komplikationstabellen listen die bekannten Komplikationen einer Erkrankung, eines Symptoms oder eines therapeutischen Eingriffs und ordnen ihnen eine Häufigkeitskategorie zu. Sie dienen dem Arzt als Referenz bei der Patientenaufklärung und als Erinnerungsstütze, damit auch seltene, aber klinisch relevante Komplikationen in die Überlegungen einbezogen werden.
- Geordnet nach Komplikationsart und Häufigkeit (häufig / selten / sehr selten)
- Einsetzbar als Grundlage für die Patientenaufklärung
- Ergänzend zu Checklisten und Algorithmen
Komplikationstabelle: Husten — Tabellarische Übersicht der allgemeinen und spezifischen Komplikationen des Symptoms Husten, mit Angabe der Häufigkeit (häufig: Erschöpfung, Schlaflosigkeit; selten: weitere spezifische Folgen). Dient der vollständigen Informierung des Patienten über mögliche Krankheitsverläufe.
Schemata und Illustrationen
Schemata sind grafische Darstellungen, die einen physiologischen Zusammenhang, eine anatomische Struktur, eine Körperhaltung oder einen Ablauf visuell veranschaulichen. Im Gegensatz zu Algorithmen, die einen Entscheidungsprozess abbilden, zeigen Schemata einen Zustand oder eine Sequenz von Positionen, die nicht in Textform vollständig vermittelt werden können.
- Visuelle Darstellung: Anatomie, Physiologie, Körperpositionen, Ablaufdiagramme
- Ergänzend zu Merkblättern und Algorithmen im selben Themenbereich
- Druckfertig als Wandtafel oder Tischvorlage einsetzbar
- Besonders geeignet für manuelle Techniken und Untersuchungsmanöver
Schema Sémont-Manöver — Grafische Darstellung der Körperpositionen zur Behandlung des benignen paroxysmalen Lagerungsschwindels (BPLS). Die Abfolge der Positionen lässt sich nicht in Textform vollständig vermitteln und erfordert eine illustrierte Schritt-für-Schritt-Darstellung.
Klinische Kriteriendokumente
Klinische Kriteriendokumente präsentieren validierte diagnostische Kriterien, Scores oder Klassifikationen, die in der medizinischen Literatur und von Fachgesellschaften anerkannt sind. Sie unterscheiden sich von Checklisten dadurch, dass sie auf wissenschaftlich validierten Kriterien mit ausgewiesener Sensitivität und Spezifität beruhen und dem Arzt eine evidenzbasierte Entscheidungsgrundlage liefern.
Diese Dokumentenart beinhaltet auch komplexere Darstellungen wie den Circulus vitiosus — ein Kreislaufmodell, das zeigt, wie sich verschiedene Faktoren gegenseitig verstärken und zur Chronifizierung einer Erkrankung beitragen.
- Validierte Kriterien mit Angabe von Sensitivität und Spezifität
- Evidenzbasierte Grundlage für klinische Entscheidungen
- Chronifizierungsmodelle und Pathophysiologie-Darstellungen
- Nutzbar für Patientenaufklärung und interne Fortbildung
ASAS-Kriterien: Entzündlicher Kreuzschmerz — Fünf Kriterien (Beginn vor dem 40. Lebensjahr, langsamer Beginn, Besserung bei Bewegung, keine Besserung in Ruhe, nächtliche Schmerzen mit Besserung durch Aufstehen) mit diagnostischer Güte: Sensitivität 79,6 %, Spezifität 72,4 %.
Abklärungsschemata
Abklärungsschemata sind strukturierte Formulare zur systematischen und longitudinalen Erfassung von Untersuchungsbefunden bei einer spezifischen Erkrankung oder klinischen Fragestellung. Im Unterschied zu Algorithmen ermöglichen Abklärungsschemata die Verlaufsdokumentation über mehrere Konsultationen hinweg — für denselben Patienten, mit denselben Parametern, zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Sie kombinieren die Funktion eines Erhebungsformulars mit der eines Verlaufsprotokolls und bieten dem Arzt auf einen Blick eine vollständige Übersicht über den Abklärungsstand und die Entwicklung der klinischen Parameter.
- Tabellarische Struktur mit Spalten pro Datum und Zeilen pro Untersuchungsparameter
- Patientenidentifikation (Code, Name) im Kopfbereich
- Abdeckt: Laborwerte, klinische Befunde, diagnostische Ergebnisse
- Ermöglicht Verlaufsbeurteilung auf einen Blick
- Häufig kombiniert mit Referenzwerttabellen und Klassifikationsschemata
Abklärungsschema Diabetes — Tabellarisches Formular mit Patientenidentifikation (Code, Name) und bis zu sechs Datumsspalten für Verlaufskontrollen, kombiniert mit der Klassifikationstabelle Diabetes mellitus (Grenzwerte: Nüchternglukose < 5,6 mmol/l, Glukose-Toleranztest 2. Wert < 7,8 mmol/l 2h nach Belastung).
Aufklärung & Screening
Dokumente zur Patienteninformation und zur strukturierten Früherkennung.
Aufklärungsblätter
Aufklärungsblätter sind Dokumente, die dem Patienten vor einem Eingriff, einer Untersuchung oder einem Screening ausgehändigt werden. Sie informieren sachlich und vollständig über Nutzen, Risiken, Alternativen und Grenzen der vorgesehenen Massnahme und unterstützen damit die informierte Entscheidungsfindung im Arzt-Patienten-Gespräch.
Die Aufklärungsblätter von OptiQ orientieren sich an den Empfehlungen der zuständigen Schweizer Fachgesellschaften und erfüllen die rechtlichen Anforderungen an eine ordnungsgemässe Patientenaufklärung.
- Sachlich, vollständig und für den Patienten verständlich formuliert
- Konform mit den Empfehlungen der zuständigen Schweizer Fachgesellschaft
- Geeignet als Grundlage für das Aufklärungsgespräch
- Unterstützt die gemeinsame Entscheidungsfindung (shared decision making)
PSA-Bestimmung: Aufklärung (Empfehlungen der SGU) — Informationsblatt über Bedeutung, Aussagekraft und Grenzen der PSA-Bestimmung beim Mann. Thematisiert das Risiko der Überdiagnose, die Häufigkeit des Prostatakarzinoms, die Tatsache, dass nicht jeder Tumor behandlungsbedürftig ist, sowie mögliche Nebenwirkungen der Behandlung auf Sexualfunktion und Kontinenz.
Kontrollprotokolle
Instrumente zur periodischen Überprüfung, Dokumentation und Nachverfolgung von Qualitätsmassnahmen.
Hygienepläne
Hygienepläne regeln systematisch alle Hygienemassnahmen in der Arztpraxis. Sie sind in einer standardisierten Tabellenstruktur aufgebaut, die für jeden Hygieneschritt fünf Angaben enthält: Was ist zu tun? Wann? Womit? Wie? Wer ist verantwortlich? Diese Struktur ermöglicht eine lückenlose Dokumentation und eine einfache Kontrolle der Einhaltung.
- Tabellenstruktur: Was / Wann / Womit / Wie / Wer
- Abgezeichnet durch verantwortliche Person (Datum und Visum)
- Abdeckt: Händehygiene, Flächendesinfektion, Sterilisation, Abfallentsorgung
- Rechtlich und hygienisch anerkannte Grundlage für Qualitäts-Nachweise
Hygieneplan (Standardvorlage) — Vollständiger Plan mit Einträgen für: hygienische Händereinigung (bei Betreten/Verlassen, vor/nach Patientenkontakt), hygienische Händedesinfektion (alkoholisches Desinfektionsmittel, Herstellerangaben, kein Wasser zugeben), Einmalhandschuhe (Indikation, Entsorgung nach Tätigkeit). Verantwortungsfeld für jede Massnahme explizit definiert.
Kontrollblätter
Kontrollblätter dienen der regelmässigen, dokumentierten Überprüfung definierter Qualitätskriterien in der Praxis. Sie sind das Instrument des OptiQ-Spezialmoduls „regular control" und ermöglichen die elektronisch gestützte, quartalsweise Kontrolle und Dokumentation von Qualitätsmassnahmen über einen definierten Zeitraum.
Durch die vorausgefüllten Kontrollpunkte genügt in der Regel das einfache Ankreuzen des Ist-Zustands. Abweichungen werden mit Datum und Massnahme dokumentiert. Nach vier aufeinanderfolgenden Quartalskontrollen gilt das entsprechende Modul als vollständig bearbeitet und berechtigt zur Bescheinigung B+.
- Vorausgefüllte Kontrollpunkte — nur Ankreuzen erforderlich
- Abweichungen, Massnahmen und Resultate werden festgehalten
- Grundlage für die Bescheinigung B+ (Qualitäts-Nachweis plus)
- Systemgesteuerte Erinnerung an fällige Kontrollen
Kontrollen der Hygiene — 19-Punkte-Kontrollblatt: Kleidung und Schmuckverzicht bei sensiblen Eingriffen, Sauberkeit der Arbeitsmittel und Räume, Zustand der Seifenspender und Desinfektionsmittelspender, Überwachung der Sterilisationsprozesse, korrekte Abfalltrennung (Haushalts- / Sonderabfall / kontaminiertes Material), Einhaltung der Infektionsschutzvorschriften.
Fehler- und Mängeljournale
Fehler- und Mängeljournale sind Dokumente zur strukturierten Erfassung von Mängeln, Fehlern und Abweichungen in einem bestimmten Praxisbereich über einen definierten Zeitraum. Sie gehören zu den wirksamsten Instrumenten der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung, weil sie Muster erkennen lassen: Wiederholt sich ein Mangel, ist die Ursache systematisch und nicht zufällig.
- Tabellarische Erfassung: Mangel / Massnahme / Datum / Ergebnis / Bemerkung
- Ermöglicht die Identifikation wiederkehrender Fehlerquellen
- Bestandteil des Spezialmoduls „regular control"
- Grundlage für gezielte Team-Schulungen und Prozessanpassungen
Fehler- und Mängeljournal: Hygiene – Sauberkeit und Desinfektion — Strukturierte Tabelle mit vordefinierten häufigen Mängeln (unzureichende Sauberkeit, fehlende Verbrauchsmaterialien, fehlende Händedesinfektion…), Vorkehrungen (Korrektur vor Ort, Information Team, Schulung…), Datum der Kontrolle und Ergebnis der Massnahme.
QM-Umsetzungsprotokolle
QM-Umsetzungsprotokolle sind Dokumente, die den Stand der Implementierung von Qualitätsmassnahmen über alle Bereiche des Qualitätsmanagements hinweg dokumentieren und nachverfolgen. Sie ermöglichen auf einen Blick zu erkennen, in welchen QM-Bereichen die vorgesehenen Massnahmen bereits umgesetzt wurden und wo noch Handlungsbedarf besteht.
Diese Protokolle dienen gleichzeitig als Nachweis der systematischen QM-Arbeit gegenüber Zertifizierungsstellen und unterscheiden sich von Beanstandungs-Protokollen (Einzelvorfälle) und Kontrollblättern (periodische Hygienekontrolle) durch ihren übergreifenden Organisationscharakter.
- Tabellarische Übersicht aller QM-Bereiche (Leitbild, Organigramm, Patientenbetreuung…)
- Spalten zur Bestätigung der Umsetzung pro Bereich und Verantwortlichkeit
- Identifikation offener Punkte und Umsetzungsprobleme
- Dient als Nachweis der systematischen QM-Arbeit bei der Zertifizierung
Protokoll QM-Umsetzungsprobleme — Tabellarisches Dokument, das alle QM-Bereiche (Praxis-Präsentation, Leitbild, Organigramm und weitere) zeilenweise auflistet und für jeden Bereich zwei Bestätigungsspalten vorsieht. So ist auf einen Blick erkennbar, welche QM-Massnahmen vollständig umgesetzt, welche noch in Bearbeitung und welche noch ausstehend sind.
Vorlagen & Formulare
Standardisierte Dokumente zur Erfassung von Vorfällen, Beanstandungen, Befragungen und Risiken.
Beanstandungs-Protokolle
Beanstandungs-Protokolle erfassen einzelne Vorfälle und Reklamationen in der Praxis — sei es im Bereich der Patientenkommunikation oder bei Verstössen gegen Hygienestandards. Sie dokumentieren Ort, Zeitpunkt, Art des Vorfalls, beteiligte Personen, Ursachen und die eingeleiteten Korrekturmassnahmen.
Durch die standardisierte Erfassung jedes Vorfalls wird eine lückenlose Dokumentation sichergestellt, die sowohl für interne Verbesserungsprozesse als auch als Nachweis im Rahmen der Qualitätszertifizierung dient.
- Ort des Vorfalls (Telefon/Anmeldung, Wartezimmer, Sprechzimmer, Labor, Röntgen…)
- Zeitpunkt: Datum und Uhrzeit
- Art des Vorfalls mit vordefinierten Kategorien zum Ankreuzen
- Freitextfelder für genaue Beschreibung, Ursachen und Massnahmen
Beanstandungs-Protokoll: Patientenkontakt – Patienten-Kommunikation — Formular mit Ortsfeldern (Telefon, Sprechzimmer 1+2, Wartezimmer, Labor, Röntgen, externer Bereich), Zeitangabe, tabellarischer Fehlererfassung und Freitextfeldern für Ursache und nachhaltige Behebung.
Arbeitsplatzbeschriebe
Arbeitsplatzbeschriebe definieren die Aufgaben, Zuständigkeiten und Anforderungen eines spezifischen Arbeitsplatzes in der Praxis. Sie sind ein unverzichtbares Instrument der Personal- und Qualitätsführung: Sie ermöglichen eine einheitliche, nachvollziehbare Aufgabenverteilung im Team, erleichtern die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und dienen als Referenz bei der Leistungsbeurteilung.
- Vollständige Auflistung aller tätigkeitsspezifischen Aufgaben
- Verweise auf interne Regelungen und ergänzende Merkblätter
- Hygiene- und Sicherheitsanforderungen des Arbeitsplatzes integriert
- Informationsfluss und Eskalationspfade bei Problemen definiert
Arbeitsplatzbeschrieb: Diagnostik Herzkreislauf — Beschreibt vollständig den Arbeitsplatz der medizinischen Assistentin im Bereich kardiovaskuläre Diagnostik: Ableitung 12-Kanal-EKG, Anlegen und Kontrolle des 24-h-EKG und Event-Recorders, Langzeit-Blutdruckmessung, Schellong-Test, Knöchel-Arm-Index (ABI). Beinhaltet Hygienevorschriften, Informationsfluss intern, Überwachung der Verbrauchsmaterialien und Verhalten bei Gerätestörungen.
Fragebogen und Befragungen
Fragebogen sind strukturierte Erhebungsinstrumente zur systematischen Erfassung der Zufriedenheit und der Wahrnehmung von Qualitätsmängeln — sowohl bei Patienten als auch innerhalb des Praxisteams. Sie liefern eine strukturierte Grundlage für den Qualitätszirkel und für Team-Besprechungen, indem sie anonymisierte Rückmeldungen zu konkreten Problembereichen einholen.
Der konsequente Einsatz von Befragungen entspricht dem OptiQ-Grundsatz, dass gute Qualitätssicherung nicht nur top-down verordnet, sondern im Team gemeinsam erarbeitet wird.
- Teambefragung: Mitarbeiterinnen beschreiben Probleme aus ihrer Perspektive
- Patientenbefragung: Erfassung der Patientenzufriedenheit mit definierten Kriterien
- Ergebnis dient als Traktandenpunkt im Qualitätszirkel
- Auswertung optional elektronisch unterstützt (Pack Classic)
Fragebogen Teambefragung — Jede Mitarbeiterin wird gebeten, drei konkrete Probleme oder Mängel im Praxisablauf zu beschreiben, die ihrer Meinung nach prioritär angegangen werden sollten (Praxisstrukturen, Abläufe, Informationsfluss, Zuständigkeiten, Arbeitszufriedenheit). Die Rückmeldungen werden in einer gemeinsamen Besprechung thematisiert und als Grundlage für Verbesserungsmassnahmen genutzt.
Risiko- und Gefährdungsbeurteilung
Risikobeurteilungen sind Arbeitsblätter zur systematischen Identifikation und Bewertung von Gefährdungspotenzialien in der Arztpraxis. Sie unterscheiden zwischen unkritischen und kritischen Produkten sowie zwischen verschiedenen Gefährdungsbereichen und definieren die erforderlichen Schutzmassnahmen vor und nach dem Gebrauch dieser Produkte.
Diese Dokumentenart entspricht den gesetzlichen Anforderungen der Schweizer Arbeitssicherheitsgesetzgebung (ArG) und bildet eine wichtige Grundlage für den Schutz von Mitarbeiterinnen und Patienten in der Praxis.
- Erfassung aller in der Praxis eingesetzten Produkte nach Gefährdungspotenzial
- Definition von Schutz- und Sofortmassnahmen
- Erfassung der Gefährdungsbereiche in der Praxis
- Konform mit den Anforderungen der Schweizer Arbeitssicherheitsgesetzgebung
Arbeitsblatt: Risiko- und Gefährdungsbeurteilung — Zweiteiliges Dokument: Teil 1 listet alle in der Praxis eingesetzten Produkte und klassifiziert sie als generell unkritisch oder als kritisch (mit erforderlichen Massnahmen vor und nach Gebrauch). Teil 2 erfasst die spezifischen Gefährdungsbereiche. Medizinische Abfälle werden der Entsorgungsklasse B 1.2 zugeordnet.
Leitlinien & Richtlinien
Dauerhaft gültige Grundsatzdokumente, die die Werte und Handlungsprinzipien der Praxis festlegen.
Leitlinien und Praxis-Richtlinien
Leitlinien sind Dokumente, die die grundlegenden Prinzipien und Werte des Praxisbetriebs verbindlich festlegen. Sie unterscheiden sich von Merkblättern und Checklisten dadurch, dass sie keine einzelne Technik oder Prozedur beschreiben, sondern die übergeordneten Handlungsgrundsätze des gesamten Praxisteams definieren — als dauerhaft gültige Grundlage für alle Abläufe in der Patientenbetreuung.
Leitlinien sind in der Praxis jederzeit aktuell und gültig. Sie orientieren sich an ethischen Grundsätzen, gesetzlichen Anforderungen (Datenschutz, Schweigepflicht) und den Standards der „best practice medicine".
- Dauerhaft gültige Grundsatzdokumente — kein Ablaufdatum
- Definieren Werte, Haltungen und Mindeststandards des Praxisteams
- Abdecken: Patientenrespekt, Datenschutz, Kommunikation, Dokumentation, Sicherheit
- Grundlage für die Selbstdeklaration und alle weiteren QM-Dokumente
Leitlinien: Management der Patientenbetreuung — Definiert verbindlich die Grundsätze der gesamten Patientenbetreuung: Respekt, Toleranz und Würde gegenüber jedem Patienten; Gewährleistung von Hör- und Sichtschutz in allen Räumen; vertrauliche Behandlung aller Patientendaten; vollständige Dokumentation aller Massnahmen und Resultate; ausschliessliche Durchführung zweifelsfrei notwendiger diagnostischer und therapeutischer Massnahmen.
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